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FREIHEITSSTATUE IN DORTMUNDER U IN 3D

Fotos waren gestern – heute gibt es 3D. Die räumliche Darstellung von architektonisch interessanten Gebäuden haben sich Marco Lachmann und Alexander Andrejew zur Aufgabe gemacht. Die beiden Geschäftsführer des Dortmunder Unternehmens visualtektur bauen derzeit unter der Adresse sight3d.com im Internet ein Architektur-Archiv auf.

„So etwas gibt es noch nicht. Und wenn, dann beschäftigen sich die meisten mit moderner Architektur und sind zudem noch kostenpflichtig“, erzählt Lachmann. Kernstück sind die 3D-Animationen einzelner Gebäude. Doch die beiden sammeln auch Infos, die das weltweite Netz zum jeweiligen Bauwerk vorhält. „So bekommen die Besucher unserer Plattform einen umfassenden Überblick und müssen sich die Informationen nicht mühsam zusammensuchen“, sagt Lachmann. „Derzeit sind es rund 70 Gebäude weltweit, in diesem Jahr kommen sicher noch einmal 100 dazu“, ergänzt Andrejew. Passend zur Kulturhauptstadt 2010 zeigen die beiden momentan vor allem Bauwerke aus dem Ruhrgebiet.

Gegründet wurde visualtektur Ende 2007. Die Diplom-Ingenieure kennen sich vom Studium an der Fachhochschule Dortmund. Ihr erstes Büro hatten sie auf dem ehemaligen Thiergelände. Dort wird nun das ECE-Einkaufscenter gebaut und so zogen die start2grow-Preisträger 2008 in die B1st Software-Factory an der B1. Ihre Spezialität: Visualisierung von Bauwerken – vor allem in 3D.

Und so kam ihnen auch die Idee zu der Internetplattform. Das Besondere: Für die 3D-Effekte brauchen die Internet-User kein besonderes Plug-in – müssen sich also nicht erst eine Software herunterladen, um alles zu sehen.

Wie aber entstehen die räumlichen Bilder? „Wir gehen vor Ort und nehmen Referenzmaße. Dann entwickeln wir mit einer speziellen Software die maßstabgetreue Darstellung des Gebäudes“, erklärt Andrejew. Grundlage für die 3D-Bilder sind außerdem Fotos, die über das Aussehen des Gebäudes Auskunft geben. Der Vorteil für den Betrachter: Er sieht die Sehenswürdigkeiten ohne störende Umgebungsbebauung. Und er kann auch Ansichten betrachten, die es nicht auf Fotos zu sehen gibt. „Von Notre Dame in Paris gibt es beispielsweise nur Fotos vom Hauptportal. Bei uns wird man sogar die Seiten- und Hinteransichten sehen können“, so Andrejew.

Im Augenblick erstellen freie Mitarbeiter und die Auszubildende die Animationen der Sehenswürdigkeiten. Je nach Aufwändigkeit der Gebäude braucht ein Mitarbeiter zwischen zwei Tagen und einem Monat. Außerdem wollen die Macher von visualtektur die Gebäude auch begehbar machen. „Irgendwann wird die Plattform sicher sogar für die Touristik-Branche interessant“, denkt Lachmann in die Zukunft.

Doch jetzt wird das Angebot erst mal tüchtig weiter bestückt. Ebenfalls einige Dortmunder Gebäude wie der U-Turm, die Marien-und Petrikirche, das Stadttheater und die Bibliothek gibt es bereits zu sehen. Weitere werden folgen.